St. Lambertus Schützenbruderschaft Appeldorn 1455 e.V.

St. Lambertus Schützenbruderschaft Appeldorn 1455 e.V.

Nach der Wiederbelebung der Bruderschaft im Jahre 1952 war es das Ziel des Vorstands, Kleinkaliber- und Luftgewehrschießen auf dem eigenen Schießstand abhalten zu können.

Zu diesen Zweck bot sich der bei der Gaststätte Hoffmann (heute Janssen „op den huck“) noch aus dem Zeit vor dem 2 Weltkrieg vorhandene ehemaligen Schießstand an.

Das durch den Kriegs- und Besatzungszeit arg in Mitleidenschaft gezogene Gelände, es Stand nur noch zwei nackte Betontraversen und die hintere Deckung, wurde durch die Bruderschaft, in Einverständnis mit dem Eigentümer, wieder hergerichtet.

Es wurde ein kleiner, massiver Schießstand mit einer Schießbahn erstellt. Später wurde die manuelle Trefferanzeigedurch eine elektr. Scheibenzuganlage ersetzt.

Auf Grund widriger Umstände, auf die hier nicht näher eingegangen wird, musste im Jahre 1972 diese Anlage leider aufgegeben werden. Von dieser Zeit an bis zur Fertigstellung des neuen Schützenhaus konnte nur noch ein Luftgewehrschießen im Jugendheim abgehalten werden. Nachdem im Laufe der Zeit der Vogelschießstand im „Cames-Busch“ immer mehr ausgebaut worden war, entstand der Wunsch hier auch ein Kleinkaliber- und Luftgewehrschießstand zu errichten. Erste Verhandelungen mit dem Eigentümer verliefen positiv. Jetzt trat die Planung in ein konkretes Stadium.

Verschiedene Gedanken und Ideen wurden erörtert und wegen der Größe des Objektes (zu groß- zu kein) wieder verworfen.

Durch Zufall bot sich der Kauf einer Holzbaracke an. Damit war der Grundstock für den Bau des Schützenhauses gelegt.

Unter Mitwirkung des Architekten H. Biesemann entstand die erste Zeichnung und zwar auf einem Mauersockel aufgesetzte Baracke mit einem seitlich angehängten Schießstand.

Auf dieser Basis wurde der Bauantrag im Jahre 1976 eingereicht. Für den Kauf des Geländes wurde jedes Bruderschaftesmitglied zu einer einmaligen Sonderzahlung von 20 DM herangezogen.

Um ein weiters finanzielles Polster zu bekommen, wurde am 18 Juni 1977 ein sommerfest veranstaltet. Der Reinerlös sollte zum Bau des Schützenhauses verwendet werden. Das Sommerfest wurde, um einen Bezug zum Schützenhaus herzustellen als „Tag der Grundsteinlegung“ gefeiert.

Eine zum Bau des Schützenhauses abgehaltene Pfarrkirmes erbrachte ebenfalls eine recht beachtlichen Reinerlös.

Zwischenzeitlich war der Bruderschaft das Gelände am „Cames-Busch“ durch die Flurbereinigungsbehörde zugewiesen worden.

Die Baugenehmigung wurde im Mai 1979 unter Auflage etlicher Bedingungen erteilt.

Zur Unterstützung des Vorstanden wurde durch die Jahreshauptversammlung ein Bauausschluss gewählt. Der Baubeginn wurde am 26.5.1079 mit dem Aufstellen einer Baubude gestartet.

Beim erstellen eines Schnurgerüstes stellte sich heraus, dass der Grundriss des Bauplanes seitenverkehrt war. Wäre dieser Plan eingehalten worden, hätten mindestens 20 alte Eichen entfernt werden müssen. Das war jedoch aufgrund der Auflagen des Forstamtes nicht möglich. Der Versuch, des Schnurgerüst zu erstellen, war somit vorläufig gescheitert.

Nach einer Zusammenkunft des Vorstandes und Bauausschusses mit dem Architekten wurde der Grundriss den Gegenseiten des Geländes angepasst. Das Schnurgerüst konnte jetzt erstellt werden.

Nachdem ein Radlader die Baugrube für den tiefer liegenden Schießstand ausgehoben hatte, wurde mit der Betonierung der Bodenplatte des Schießstandes und der Fundamente begonnen.

Etwa 70m Wasser-, Strom- und Telefonleitung wurden im Boden verlegt. Die für die Abwässer bestimmten Rohre mussten entsprechend dem Grundriss verlegt werden.

Vier Wochen nach Baubeginn wurde die Bodenplatte für die große Schützenhalle gegossen.

Da jetzt mit dem Mauerwerk begonnen werden konnte, wuchs das Schützenhaus schnell in die Höhe. Am 18.7.1979 begann bereits die Einschalung des Ringankers. Eine Woche Später wurden die beim Kauf der Baracke erworbene Dachbinder aufgesetzt. Bis ende August konnten Dach und Außenmauerwerk fertig gestellt werden.

Am 1.9.1979 wurde das Richtfest gefeiert. Dank der Sachspenden der Appeldorner Geschäftswelt und von privater Seite wurde das Richtfest zu einen Volksfest, an der Appeldorner Bevölkerung regen Anteil nahm.

Kein Wunder, der Bauherr spendete „Speis und Trank“. Bei dieser Gelegenheit wurde allen Spendern und freiwilligen Helfern gedankt.

Nach dem Richtfest wurde der Innenausbau in Angriff genommen, das Kalksandstein-Mauerwerk, ausgefugt. Die Holzdecke in der Schützenhalle erhielt einen Schutzanstrich.

Die Traversen des Schießstandes wurden aus gespendeten Fertigbetonteilen. Bedingt durch den nicht allzu strengen Winter, ging der Ausbau auch nach dem Jahreswechsel zügig weiter. Küche und Toiletten wurden verputzt bzw. plattiert, die Theke in der Halle aus Naturstein gemauert.

Auf dem Schießstand wurden die aufgeschütteten Wälle gerichtet und die Traversen mit einer Holzverkleidung versehen. Anfang April 1980 war bereits der Fußboden in der großen Halle plattiert. Im Boden sind die Anschlüsse für acht elektr. Luftgewehrstände eingelassen. Nachdem die Throndamen des amtierenden König das Schützenhaus „von oben bis unten“ geputzt hatten konnte als Generalprobe am 4.5.1980 ein Kreispokalschießen abgehalten werden. Die offizielle Einweihung wurde für den 17.5.1980 festgestellt. Nach ca. 11monatigen mit ca. 5000 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden war das Werk vollendet – eine stolze Leistung der Bruderschaft.

Am 17.5.1980 nahm Diözesanpräses Dechant i.R. P. Rogmanns nach einem Gottesdienst in der St. Lambertus Kirche in Anwesenheit zahlreicher Gäste die Einsegnung des Schützenhauses vor.

Besondere Ehrung erfuhr der langjähriger Brudermeister Theo Kremer für die Verdienste, die er sich beim Bau des Schützenhauses erworben hatte. Es wurde ihm vom Bezirksbundesmeister Peter Deckers der „Hohe Bruderschaftsorden“ verliehen. Ohne seinen rastlosen Einsatz bei der Organisation der Helfer, bei der Beseitigung der Schwierigkeiten mit den Behörden und seinen körperlichen Einsatz beim Bau, hätte des Schützenhaus in dieser kurzen Bauzeit nicht erstellt werden können. Einen Grundstein mit der Inschrift „St. Lambertus e.V. 1455 – 1980“ erinnert an das Gründungsjahr 1455 der Bruderschaft, sowie das Jahr 1980 an die Fertigstellung des Schützenhauses. Gleichzeitig erinnert er auch an das 525 jährige Bestehen der Bruderschaft